BASCHARIAT

Das politische Magazin
der Vereinigung zur Verteidigung der Menschenrechte im Iran e.V.
September
2005 Nr. 42
Alle 8 Stunden passiert
im Iran eine Menschenrechtsverletzung
Journalist in Iran im
Hungerstreik
Der inhaftierte
regimekritische iranische Journalist Akbar Ganji ist seit dem 10. Juni im
Hungerstreik. Weltweit wird Irans Regierung aufgefordert, Ganji
freizulassen.
Nach heute 70 Tagen im
Hungerstreik ist der Gesundheitszustand von Irans bekanntestem Journalist,
Akbar Ganji, kritisch. Er soll mit dem Tod ringen. Ganji wurde vor allem
durch seine Zeitungsartikel und Bücher über die dunklen Seiten des Regimes
bekannt; so etwa warf er dem frühern Präsidenten Rafsanjani Verwicklung in
Morde vor.
Nach der Teilnahme an einer
Iran-Konferenz im Jahr 2000 in Berlin wurde Ganji wegen Propaganda gegen das
Regime und Besitz geheimer Unterlagen angeklagt und zu zehn Jahren Gefängnis
verurteilt. Die Strafe wurde später auf sechs Monate reduziert. Obwohl Ganji
diese abgesessen hatte, wurde er nicht freigelassen, sondern für weitere
sechs Jahre inhaftiert.
Von seiner Strafe hat Ganji
mittlerweile über fünf Jahre abgesessen. Doch statt das Ende der Haft
abzuwarten, erzwang er im Mai mit einem Hungerstreik einen Hafturlaub für
eine Behandlung seines Asthmas. Kaum draussen, gab er, obwohl streng
verboten, ein Interview. Diesmal griff er den geistlichen Führer Ali
Chamenei und dessen Amt direkt an. Er rief die Iraner auf, das Regime durch
zivilen Ungehorsam zu bekämpfen. Ganji landete sofort wieder im Gefängnis.
Dort soll er bedroht worden sein, er komme nie wieder frei, wenn er nicht
zwei gegen Chamenei gerichtete Schriften widerrufe. Ganji reagierte darauf
mit einem Hungerstreik für seine Freilassung. Vor einer Woche wurde Ganji
gegen seinen Willen in ein Teheraner Spital gebracht. Alle Verbindungen zu
seiner Familie und seiner Anwältin, der Friedensnobelpreisträgerin Shirin
Ebadi, wurden abgebrochen.
Wir fordern Ganjis
Freilassung
Vereinigung zur Verteidigung
der Menschenrechte im Iran
Abolghasem Mohammadi
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